3. Tag – Undeloh – Bispingen

Jacobsweg.



Dann mache ich mich doch auf den Weg. Ein Stück weit mit dem Jacobsweg zusammen.

Viele, die von meiner Wanderung erfahren, fragen mich, ob ich auch den Jacobsweg gehen würde. Ich habe mich dagegen entschieden. Besonders in Spanien (an das Stück zwischen Pyrenäen und Santiago de Compostella denkt man üblicherweise, wenn man von dem bekannten Pilgerweg spricht) ist er völlig überlaufen. Ich habe mehrere Fernsehsendungen mit den Jacobsweg beschreitenden Promis gesehen. Das geht nicht ohne Kamerateams. Wie kann man bei dem Trubel zur Besinnung kommen?

Ich mache lieber diesen Weg zu meinem persönlichen Jacobsweg und freue mich, wenn ich den Pilgerweg immer mal wieder kreuze.



Touris und andere Lebewesen.



Unterhalb des Wilseder Berges liegt Wilsede mit einem wohl sehenswerten Museumsdorf. Jedenfalls sind hier so viele Menschen versammelt, wie ich sie auf meiner gesamten Wanderung zusammen nicht zu sehen bekomme. (So kommt es mir jedenfalls vor.)

Bereits auf dem Abschnitt durch den Sachsenwald vor einigen Jahren hat mich die Tatsache, stundenlang keinem Menschen zu begegnen, in frohes Erstaunen versetzt.

Jetzt bin ich wieder tagelang unterwegs. Und immer wenn ich die Ortschaften hinter mir lasse, so ab einer Entfernung von 1/2 Stunde Fußweg, läuft mir außer vielleicht einem Landwirt oder einem Waldarbeiter keine Menschenseele mehr über den Weg.