5. Tag – 19. Juni 2011 – Willebadessen – Blankenrode



Am 5. Tag geht es erst um 11:00 Uhr los.

Ich habe nur ca. 17 km zu bewältigen, da ich die lt. Wanderführer ursprünglich 32 km lange Etappe Willebadessen-Marsberg auf zwei Tage verteile.

So besichtige ich vor meinem Start noch ganz entspannt die Klosteranlagen und schaue als Zaungast einem für Willebadessen wichtigen Ereignis zu.



St.-Vitus-Prozession Willebadessen



Die Klosterkirche ist heute Willebadessens Pfarrkirche und dem Hl. Veit bzw. St. Vitus gewidmet.

Zu den ältesten und bedeutendsten Ausstattungsstücken der Kirche gehört der aus Eibenholz bestehende und mit Silber und Gold geschmückte Vitus-Schrein in Form eines Tragealtars aus der Zeit um 1200. (Wikipedia)

Dieser wird am heutigen 19. Juni 2011 durch Willebadessens Straßen von Altar zu Altar getragen.

Der Umzug findet stets am Sonntag nach dem 15. Juni, dem Tag es Heiligen Vitus, statt. Die Straßen, die Klosteranlagen, die Plätze und Altäre sind festlich geschmückt.

Der Hl. Veit ist der Schutzpatron der Apotheker, Gastwirte, Bierbrauer, Winzer, Kupferschmiede, Tänzer und Schauspieler, der Sachsen, der Jugend, der Haustiere, von Böhmen, Prag, Mönchengladbach,Ellwangen, Höxter und Sizilien. Er wird angerufen, um Krämpfe, Epilepsie, Tollwut, Veitstanz, Bettnässen und Schlangenbiss zu heilen. (Wikipedia)

Zum Kirchen- und Stadtpatron St. Vitus gibt es hier noch mehr zu lesen und zur Kirchengeschichte einiges interessantes hier.

 

geschmückte Lange Straße
Straßenschmuck

 

Kirchplatz geschmückt

versammeltes Volk


Strahlenkranz

Baldachin

Flagge Willebadessen

 

Umzug

 

 

 

 

 

 

 

Hier wieder am Kloster endet später die Prozession.

 

 

 

 

Für mich ist die Vorstellung hier zu Ende. Die nun menschenleere Straße lässt mich an Aufbruch denken.

 



Viadukt Willebadessen



Solche Bauwerke lassen mich immer wieder durchaus ehrfürchtig nach oben blicken.

Viadukt

Viadukt Willebadessen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses hier ist 1853 für die Eisenbahn erbaut und führt über das Hellebachtal.

 

Eisenbahnviadukt



Karlsschanze Behmburg Willebadessen



Nur eine dreiviertel Stunde nach meinem Start führt mich mein Weg mitten durch dieses Kultur- bzw. Naturdenkmal. Eine Wallburg, die den frühen Bewohnern dieser Gegend als Zufluchtsort diente und deren innerer und äußerer Wall heute noch sehr gut sichtbar sind.

KarlsschanzeKarlsschanze Innenwall

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg auf dem Wall

Weg ins Innere

 

 

 

 

 

 

 

Innenwall andere SeiteAußenwall

 

 

Hier gibt es einiges zur Behmburg, also zur Karlsschanze zu lesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg ins Innere der Burg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Außenwall.

Behmburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Dieses Bild habe ich dem obigen Artikel bei wiki-willebadessen entnommen.)



Opferstein Drudenhöhle Gertrudskammer



 

Gertrudskammer

Auch zur Drudenhöhle, also Gertrudskammer weiß wiki-willebadessen etwas zu erzählen.

(Es lohnt sich – wie ich finde – der Schwenk dorthin, da es in dem Artikel Bilder von unten zu sehen gibt.)

 

 

 

 

Kerstin am Abgrund

 

 

Hier stehe ich auf dem Opferstein am Abgrund über der Gertrudskammer.

Und wenn ich hinter mir runter schaue, sehe ich die Bäume gänzlich von oben!

Dabei stelle ich fest, dass ich nicht mehr so schwindelfrei bin wie früher …

 

 

Bäume von oben



Teutonia Teutoniaklippen Klippenweg



Die Sehenswürdigkeiten reihen sich jetzt im Viertelstundenabstand aneinander.

Zwischen Karlsschanze und Gertrudskammer lag nur ca. 1 km und der Weg vom dortigen Opferstein zu den Teutoniaklippen ist auch nicht viel weiter. Fotographieren kann ich die Felsen aber erst etwas weiter südlich.

Weg Teutoniakante

TeutoniafelsenTeutoniaklippen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Klippenweg findet bei wiki-willebadessen Erwähnung: http://www.wiki-willebadessen.de/index.php/Klippenweg



Wegverlauf Eggeweg vs. Fernwanderweg E1



Wegführung“Mein” E1 und der Eggeweg verlaufen lange Strecken exakt gleich.

Bezeichnend für den E1 sind diese mal größeren, mal kleineren Umwege. Meist führen sie an interessanten Punkten vorbei, oft habe ich allerdings auch den Eindruck, dass der Weg neben einer Straße (wie gestern an der L817) oder einfach abweichend geführt wird, nur um anders zu sein.

Hier zum Beispiel gibt es auf dem Umweg über den Hardehausener Klippenweg nichts interessantes zu sehen. Aber ich bin dennoch dankbar, denn, nach derart vielen aufregenden Eindrücken zuvor ist natürlich so ein schlichter Forstweg, der auch nach dem Umweg noch ca. 20 Minuten einfach nur geradeaus verläuft, kaum zu ertragen.

Umweg Ende

Hier komme ich also raus, stoße wieder auf den Eggeweg und … nach einem Linksschwenk … habe ich dies vor mir:

Forstweg nach Linksschwenk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine viertel Stunde später:

Blick zurück 4tel Stunde später
Der Blick zurück.

 

Blick voraus 4tel Stunde später
Der Blick voraus.


Felsspitze Nadel Natelenstein



Naja, der Ausblick von hier ist etwas sehr zugewachsen.

Ausblick Nadel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nadel

Der Berg soll seinen Namen von “Natelenstein” haben, einem Grenzstein, der die Grenze zwischen Hardehausen und Kleinenberg markiert. Den Stein kann ich nirgends sehen. Aber ich bin hier. ;-)

Nun geht es über Roters Eiche und Wüstung nach Blankenrode. Das ist noch ein gutes Stück Weg.



Stadtwüstung Wüstung Blankenrode



Ich hoffe, es ist ok, dass ich für fundierte Informationen auch über dieses Kulturdenkmal wieder auf Wikipedia verweise …

NordpforteDurch die Nordpforte komme ich in die “Stadt”.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wall WüstungAuch hier wieder ein Spaziergang auf dem Wall.

 

 

 

 

 

 

JungfernbrunnenEin Blick tief in den Jungfernbrunnen der Stadtwüstung.

Der ist heute ganz unromantisch durch Draht und Holzwand gegen Hineinfallen gesichert.

Der 5 m tiefe Brunnenschacht führt das ganze Jahr über gutes, klares Wasser aus den Sandsteinfelsen.

 

Die Sage überliefert zu ihm folgendes:

Auf der Höhe des Eggegebirges stand in alten Zeiten die Stadt Blankenrode. Über die großen dunklen Wälder schaute man weit ins Land. Mächtige Mauern und eine gewaltige Burg sollten die Menschen schützen. Aber immer wieder führten die Landesherren Kriege über ihre Grenzen.

Wieder einmal – mitten in der Nacht – überfielen Raubritter die Stadt auf dem Berge. Erbittert wurde gekämpft. Die Angreifer erstürmten die Mauern und drangen in die Stadt. In den Straßen und Gassen herrschte Mord und Brand. Greise, Frauen und Kinder wurden umgebracht, die Menschen rannten um ihr Leben.

Grausame Kriegsknechte verfolgten auch ein junges Mädchen, die Tochter des Bürgermeisters. In ihrer höchsten Not sprang das Mädchen in den tiefen Brunnen der Stadt und ertrank. Als der Morgen graute, waren Burg und Stadt wüst und leer.

Wald wuchs über den Ruinen. Der Brunnen aber, dort mitten im Walde, wird noch heute “Jungfernbrunnen” genannt. In seinen klaren Wassern spiegeln sich die Bäume …

(von der dort aufgestellten Tafel abgeschrieben)

 

WesttorIch nehme den Ausgang durch das Westtor.

 

 

 

 

 

(Die weißen Flecken sind fallende, den Kamera-Blitz reflektierende Regentropfen. Es regnet sehr.)



Ankunft Hotel Haus Eggewald Blankenrode



Ankunft hier um 17:33 Uhr.

 

Zusammenfassung des Tages:

km lt. Wanderführer: ca. 17

km tatsächlich: 24,3

Zeit gesamt: 6 h 33 min

Zeit in Bewegung: 6 h 8 min

Durchschnittsgeschwindigkeit: 4 km/h

Höchster Punkt: 443 m

Tiefster Punkt: 223 m

Gesamtsteigung lt. Wanderführer: ca. 390 m

Hier der herunterladbare Track dieses Tages: Willebadessen – Blankenrode